Das Untier
Es hat den Blick eines Fuchses, den buschigen Ringelschwanz eines Eichhörnchens und die kupfernen Flügel eines Pegasus. Was es ist? Gute Frage.
Ein Tier ohne Art
In „unart" steckt die Un-Art: ein Tier, das zu keiner Art gehört. Kein Eichhörnchen, kein Fuchs, kein Pegasus — von allem etwas und in keinem Bestimmungsbuch zu finden. Wir fanden, das passt ganz gut zu einem Haufen Leute, die sich auch nicht sauber einsortieren lassen.
Unartig, aber gut erzogen
Die andere Unart ist die, die man sich abgewöhnen soll — und genau die behält es. Aber: Es fragt, bevor es jemanden anstupst, und ein „Nein" nimmt es gelassen. Ohne Manieren ist das Untier nämlich gar nichts. Unartig, aber gut erzogen eben.
Ein Gedicht, weil's sein muss
Vom Fuchs den Blick, vom Eichhorn Schwanz,
die Flügel vom Pegasus dazu.
Zu welcher Art das Untier zählt?
Zu keiner. Ehrlich. Und du?
Kein Lexikon weiß, wo es steht,
kein Register kennt sein Fach.
Es hat sich nie darum geschert
und kommt am Freitag einfach nach.
Es ist nicht brav. Es ist charmant.
Es fragt, bevor es stupst.
Ein Nein? Dann nickt es, zugewandt,
und gut ist — ohne Mucks.
So sitzt es freitags mit im Kreis,
wo niemand komisch schaut,
und schiebt dir stumm die Karte zu,
wenn du dich noch nicht traust.